Antiziganismus

Der Rassismus gegen Sinti und Roma wird auch Antiziganismus genannt. Sinti und Roma sind die größte Minderheit in Europa. In allen europäischen Ländern erleiden sie massive Diskriminierung. Die lange Geschichte der Benachteiligung von Sinti und Roma hat dazu geführt, dass viele Angehörige der Minderheit sich in schwierigen sozialen Situationen befinden und oft Probleme haben, Zugang zu Bildung oder Unterstützung zu finden. Die Nationalsozialist/innen haben Sinti und Roma europaweit verfolgt, entrechtet und ermordet. Diese Verfolgung wirkt nach; sie wird bis heute größtenteils von der Gesellschaft nicht anerkannt. Die Nicht-Anerkennung des Leidens und des Völkermords an den Sinti und Roma ist wiederum eine Form von Antiziganismus. In Europa gibt es eine Tradition des Misstrauens gegenüber Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben. Und es gibt eine Tradition, die Sinti und Roma als nicht sesshaft darstellt. Die Verknüpfung dieser beiden Traditionen führte und führt immer noch zu einem Misstrauen gegenüber Sinti und Roma. Dabei sind beide Verknüpfungen verkehrt: Dass Menschen den Wohnort oft wechseln heißt weder, dass sie Roma oder Sinti sind, noch, dass sie kriminell sind.

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