Rassismus

Oft werden umständliche Namen für rassistische Einstellungen benutzt, wie zum Beispiel „Ausländerfeindlichkeit“. Das ist ungenau und irreführend. Denn Rassismus hängt nicht davon ab, ob es irgendwo „Ausländer“ gibt oder nicht. Rassistisch angegriffen werden nämlich sowohl Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, Menschen, deren Vorfahren eingewandert sind, und Menschen, die sich nur kurzfristig in Deutschland aufhalten - und auch Menschen, die nicht von woanders hergekommen sind, sondern nicht-weiße Deutsche sind. Rassismus ist der Glaube, es ließe sich am Aussehen von Anderen erkennen, ob sie hierher gehören oder nicht. Rassismus beim Namen zu nennen heißt also auch, es nicht zuzulassen, dass plötzlich von „Ausländern“ gesprochen und damit eine scheinbare Distanz geschaffen wird, wenn das eigentliche Problem Rassist/innen sind. In Deutschland schafft der Rassismus vielfältige Privilegien für weiße Deutsche, weil diese sich und ihre Herkunft nicht erklären oder rechtfertigen müssen, und sie sich als normal und natürlich verstehen dürfen. Der Rassismus hat eine lange Geschichte. Europäische Staaten benutzten rassistisches Denken zum Beispiel, um die koloniale Ausbeutung des afrikanischen Kontinents und die Versklavung von Schwarzen Menschen zu rechtfertigen. Die Nationalsozialist/innen wollten die Welt nach rassistischen Ideen neu ordnen und haben dafür Massenmord und Völkermord organisiert und durchgeführt. Manche Wissenschaftler/innen haben den Rassismus unterstützt: sie behaupteten, es gäbe menschliche Rassen, und es gäbe bessere und schlechtere Rassen. Das ist Unsinn und wissenschaftlich längst widerlegt, aber dieser Glaube ist leider stark verbreitet und hält sich weiterhin hartnäckig. Aktuell wird in Deutschland viel über die Ablehnung des Islam und die Ausgrenzung sowie Anfeindung gegenüber Muslim/innen diskutiert. Dies ist keine persönliche Geschmacksfrage oder Furcht, sondern eine Form von Rassismus, die muslimische Menschen und Kulturen als rückwärtsgewandt darstellt. Menschen, die auf diese Weise rassistisch denken, nutzen ein negatives Bild von einem Islam, um sich selbst als vernünftig, demokratisch und aufgeklärt zu zeigen. Doch der antimuslimische Rassismus macht aus sehr unterschiedlichen kulturellen, politischen und religiösen Haltungen einen Islam, der als fanatisch, veraltet und gefährlich dargestellt wird und damit muslimischen Menschen keine Individualität und eigenständiges Denken zugesteht.

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